Die Pfarrei Riggerding

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Riggerding um 1920


Die Pfarrei Riggerding gehört heute zum Pfarrverband Schöllnach - Riggerding - Außernzell. Sie gehört zum Bezirksamt Deggendorf im Dekanat Hengersberg und ist eine der jüngsten Pfarreien der Diözese Passau.

Seit dem 19. April 1908 war sie Expositur zur Pfarrei Schöllnach und wurde vom Staat am 12. Dezember 1920 genehmigt und am 01. März 1921 von Bischof Sigismund Felix aus Passau errichtet. H. H. Johann Ev. Boxleitner wird als erster Pfarrer der Pfarrei Riggerding am 24. April 1921 feierlich installiert.



Erbau und Einweihung

Vor der Errichtung der Pfarrei Riggerding mussten die Einwohner der umliegenden Ortschaften Prünst, Prünstmühle, Thann, Predling, Bradlberg, Unteraign und Simmetsreuth in die Pfarrkirche nach Zenting; aus Riggerding, Jetzing, Birnbaum, Adlmanning, Straching, Glashausen und Hinding gingen die Gottesdienstbesucher nach Schöllnach; und die Gläubigen aus Hof, Lehen, Oh, Geßling, Ilgering und Steinach mussten hinaus nach Grattersdorf gehen, was besonders im Winter sehr beschwerlich, zuweilen gar nicht möglich war. Daher wuchs der Wunsch nach einer eigenen Seelsorgestelle in den Herzen der Bevölkerung. Entsprechende Schritte wurden aber erst unternommen, als sich die Nachbarn in Taiding um eine Expositur bewarben.

Im Jahre 1899 wurde ein Kirchenbauverein gegründet, um die nötigen Geldmittel zur Errichtung der Expositur sowie den Bau der Pfarrkirche zu beschaffen. Als großer Wohltäter für den Kirchenbauverein erwies sich Pfarrer Josef Geiner aus Schöllnach, der seinen Lebensabend ab 1905 im neuen Pfarrhof als Kommorantpriester verbrachte und nach seinem Tod am 13. Aug. 1908 seinem Wunsch gemäß an der Südseite der neuen Pfarrkirche begraben wurde. Im Dezember 1909 wurde er in das Priestergrab des neuen Friedhofs umgebettet. Er war sozusagen der "erste Pfarrer von Riggerding".

j.geiner riggerding-1905


Am 11. September 1901 war die Grundsteinlegung zum Bau der Pfarrkirche Riggerding. In den Jahren 1901-1904 erfolgte der Bau der Kirche im romanischen Stil unter Leitung des Baumeisters Schott aus München; Baulast, Hand- und Spanndienste leistete die Kirchengemeinde.
Der Turm erreicht ein Höhe von 28 Metern, das Turmkreuz 30,5 Meter. Die Kirchengemeinde leistete viele Hand- und Spanndienste.

Als im August 1904 der große Förderer des Kirchenbaues, H. H. Pfarrer Josef Geiner nach Riggerding kam, um das neue Gotteshaus zu benedizieren (segnen), sprach die 12- jährige Therese Stetter (Duschl) folgende Begrüßungsverse zum Empfang:

Wie der Herr sich Lob bereitet
einst aus schlichter Kinder Mund,
soll von uns ein Gruß Dir klingen
in der schönen Ankunftsstund‘.

Sei gegrüßt, o Jubelvater,
Du stets der Gemeinde Zierde,
sei gegrüßt von diesen Scharen,
die sich freu‘n ob Deiner Würde.

Sei in Riggerding willkommen,
wo auf stiller Trift auch weiden
gute Schäflein Deiner Herde,
die sich nie vom Hirten scheiden.

O wie liebst Du deine Kinder
mit besorgter Vatertreue.
Dankbegeistert wir genießen
Deinen Huldbeweis aufs neue.

Denn Du nahst, um unsre Kirche
mit der Krone nun zu schmücken
und der Gnadenburg des Höchsten
Gottes Siegel aufzudrücken!

Innig freuen wir uns heute,
da wir festlich Dich begrüßen
und den Dank für solche Wohltat
kindlich legen Dir zu Füssen!

Nimm die Huldigung der Ehrfurcht,
des Vertrauens mild entgegen;
lass auf deine Kinder
deines Vaterherzens Segen!


Am 24. September 1905 wurde die Kirche durch H. H. Bischof Dr. Antonius von Hendle geweiht; der Kirchenpatron ist der hl. Josef.

Das Pfarrhaus wurde im Jahre 1905 fertig gestellt.

Neben der Eingangspforte zur Kirche ist auf einer Marmorplatte nachfolgende Inschrift eingetragen:

geweiht



Die Expositur Riggerding

  • j.boxleitnerAm 09. April 1908 wird Johann Ev. Boxleitner aus Wollaberg bei Hauzenberg von Bischof Sigismund Felix als Expositus von Riggerding eingesetzt. Er wirkte bis 1930.

  • Baubeginn des Friedhofes um die Pfarrkirche ist der 10 . Mai 1909.

  • Die Orgel, welche von der Fa. Edenhofer aus Deggendorf gefertigt wurde, wird am 14. Juli 1909 eingebaut.

  • H. H. Pfarrer Anton Eder aus Schöllnach vollzieht die Weihe des Friedhofes am 02. Januar 1910

  • Michael Lang aus Unteraign wird am 26. Januar 1910 als erster auf unserem Friedhof beigesetzt; den Trauergottesdienst und die Beerdigung zelebrierte sein Sohn, H. H. Pfr. Josef Lang, geboren in Steinach.

  • Am 02. Mai 1910 wird in allen Pfarreien die Ewige Anbetung eingeführt und zukünftig auf den 26. Juni festgelegt

  • Zur Volksmission kamen in der Zeit vom 12. – 19. Mai 1912 drei Kapuzinerpater in unsere Pfarrei.

  • Die Gründung einer Gemeinschaft des III. Ordens fand am 30. Juni 1912 statt. Es meldeten sich 110 Mitglieder an.

  • Am 06. Juli 1912 gründete sich mit der Jungfrauenkongregation, in die am 15. August 39 Jungfrauen feierlich aufgenommen wurden, der erste Vorläufer des Frauenbundes.

jungfrauenkongregation

  • Zur Fahnenweihe der Freiwilligen Feuerwehr Bradlberg, die am 31. August 1913 gefeiert wurde, erschienen 27 auswärtige Vereine und Abordnungen.

  • Priminziant Johann Eibl von Hof, der am 5. Juli 1916 zum Priester geweiht wird, hält am 30. Juni 1916 feierlichen Einzug in seiner Heimatpfarrei.

kriegerdenkmalBei der Fahnenweihe des neu gegründeten Veteranen- und Reservistenvereines Riggerding am 29. August 1920 wird das erste Kriegerdenkmal geweiht.

Die Gebrüder Gerl aus Oh und Kaußing fertigten für 2.000,-- Mark das Denkmal; Bildhauer Kaspar Ruppert aus München erstellte die Gedenktafel für die Gefallenen und Vermissten, er wurde mit 1.200,-- Mark und 3 Schachteln Eier zu je 75 Stück entlohnt.

 


 

 

 



Die Pfarrei Riggerding

03. November 1920: Expositus Pfarrer Johann Ev. Boxleitner nimmt die Errichtung der Pfarrei Riggerding in Angriff, da sich auch in Taiding einige Mitbürger für eine neue Pfarrei stark machten.

Das zuständige Ministerium bestätigt am 22. Dezember 1920 die Errichtung unserer Pfarrei und der Pfarrpfründe Riggerding.

Bischof Dr. Antonius von Henle zu Passau errichtet am 01. März 1921 die Pfarrei, was beim Gottesdienst am 13. März 1921 feierlich verkündet wird, und installiert H. H. Johann Ev. Boxleitner als ersten Pfarrer, welcher am 24. April 1921 feierlich eingeführt wurde und die Seelsorge in unserer Pfarrei bis 30. Sept. 1930 ausübte.

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Die Wahl zur 1. Kirchenverwaltung am 06. April 1921 brachte folgendes Ergebnis:
Franz Xaver Oswald, Riggerding ( Kirchenpfleger ), Michael Habereder, Riggerding ( Mesner ), Johann Glashauser, Straching und Anton Stetter, Riggerding (Beisitzer).

Auf Beschluss der Kirchenverwaltung vom 06. August 1922 wird der Kircheninnenraum nach den Angaben des Konservators Kraus restauriert. Die Gebrüder Segl aus Osterhofen übernehmen die Bauarbeiten. Die Kosten in Höhe von 47.000,-- Mark werden durch freiwillige Spenden der Pfarrgemeinde aufgebracht.

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in den zwanziger Jahren

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im 21. Jahrhundert


weitere Pfarrer waren:

  • Hugo Lerch als Pfarrprovisor 1930, 

  • Konstantin Muth (1930 - 1939) 

  • Isidor Feldmeier (1939 - 1956) 

  • Josef Jungbauer (1956 - 1977) 

  • Seit 1977 ist der jeweilige Pfarrer von Schöllnach der Pfarrverwalter von Riggerding.



Bekannte Söhne der Pfarrei

Dr. theol. Josef Oswald, Hochschulprofessor an der Theologischen Hochschule in Passau
Prälat Johann Lang, Pfarrer und Dekan in Pocking, seit einigen Jahren im Ruhestand.


© Pfarrei Schöllnach-Außernzell-Riggerding
zusammengestellt von Herrn Willi Kropf † 2004 und Herrn Albert Obermeier (Bradlberg)